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Saudi-Arabien: Beziehungen zu Deutschland

Artikel

Politische Beziehungen 

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt drei Jahre vor der Proklamation des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Die Bundesrepublik Deutschland unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. 

Auf Einladung von König Salman führte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt am 30. April 2017 in Djidda Gespräche mit der saudi-arabischen Führung. Es war nach 2007 und 2010 ihr dritter Besuch im Königreich.

Wirtschaftsbeziehungen 

Saudi-Arabien ist nach den Vereinigten Arabischen Emiraten Deutschlands zweitwichtigster arabischer Handelspartner, Deutschland seinerseits Saudi-Arabiens viertgrößter Lieferant. Saudi-Arabien führt deutsche Produkte und Dienstleistungen in erheblichem Umfang ein. Wichtigste deutsche Exportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, chemische, elektrotechnische, feinmechanische und optische Er­zeug­nisse. 2018 betrugen die deutschen Exporte nach Saudi-Arabien 6,26 Milliarden Euro (-4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) und die Importe aus Saudi-Arabien nach Deutschland 1,178 Milliarden. Euro (+46,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr).

Im Rahmen des ambitionierten Reformprogramms „Vision 2030“ und des Nationalen Transformationsplans stellen die industrielle Diversifizierung und erneuerbare Energien als Kernbereiche deutscher Kompetenz Schlüsselthemen dar. Damit bestehen gute Voraussetzungen für einen Ausbau der deutsch-saudischen Wirtschaftskooperation. Ein Investitionsschutzabkommen besteht seit 1999. 

Das Land bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Anreize für ausländische Firmen im Land zu investieren und dort Arbeitsplätze zu schaffen. In allen in Saudi-Arabien ansässigen Unternehmen, auch in ausländischen Firmen und Joint Ventures, wird inzwischen eine bestimmte Quote der Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger gefordert. 

Die deutsche Wirtschaft ist seit 1978 durch das German Saudi Arabian Liaison Office (GESALO) in Riad vertreten. Seit 1975 besteht die Gemischte Wirtschaftskommission (GWK), der Regierungs- und Wirtschaftsvertreter angehören.

Kulturelle Beziehungen 

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind recht jung. Grundlage der deutsch-saudischen Kulturzusammenarbeit ist ein am 2. April 2006 in Kraft getretenes Regierungsabkommen. In Djidda und in Riad gibt es Deutsche Schulen. An der König-Saud-Universität in Riad gibt es einen Studiengang für Übersetzung Deutsch-Arabisch. Einige saudi-arabische Studierende nutzen die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland. Derzeit studieren etwa 1150 saudische Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium der saudischen Regierung in Deutschland. 

Die Botschaft Riad und das Generalkonsulat Djidda bieten mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Filmvorführungen Möglichkeiten, sich mit deutscher Kultur bekannt zu machen.  Der Ausbau des Kulturangebots in Saudi-Arabien sowie eine kulturelle und gesellschaftliche Öffnung sind Teil der „Vision 2030“. 2017 wurde die Wiederzulassung von Konzerten und Kinos beschlossen. Daneben fördert die saudi-arabische Regierung den Breitensport, insbesondere auch für Mädchen und Frauen. Seit Januar 2018 dürfen Frauen Sportstadien besuchen. 

Bei dem größten kulturellen Ereignis Saudi-Arabiens, dem unter der Schirmherrschaft des Königs stehenden Janadriyyah-Festival, war Deutschland 2016 Gastland. In Riad wurde im Mai 2014 ein bisher noch auf den Sprachbereich beschränktes Goethe-Institut eröffnet. 

Das Deutsche Archäologische Institut, das Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und die Universität Marburg sind in Saudi-Arabien mit Forschungsprojekten in Tayma tätig. Sie arbeiten dabei eng mit der “Saudi Commission for Tourism and National Heritage” (SCTH) zusammen. 

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