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Saudi-Arabien: Wirtschaft

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Allgemeines 

Saudi-Arabien ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Es bemüht sich derzeit im Rahmen der „Saudi Vision 2030“ um wirtschaftliche Reformen, die seine Abhängigkeit vom Öl vermindern sollen. Das nominale Bruttoinlandsprodukt sank in Folge des Ölpreisverfalls nach einem Rekordwert im Jahr 2014 (754 Milliarden USD) auf 645 Milliarden USD 2016 und betrug 687 Milliarden USD 2017. Im Jahr 2017 rutschte Saudi-Arabien  in eine Rezession; das BIP schrumpfte insgesamt um ca. 0,9 Prozent. Für 2018 erwartet die Regierung wieder ein Wachstum von 2,2 Prozent. Das BIP pro Kopf betrug zuletzt 21.057 USD (2017). 

Saudi-Arabien gehört zu den drei weltweit größten Erdölproduzenten. Ein Großteil der Staatseinnahmen wird aus dem Ölgeschäft generiert. Dadurch ist das Königreich stark von der Entwicklung auf dem Erdölmarkt abhängig. Anders als in der Vergangenheit kam es seit Ende 2016 in Absprache mit anderen OPEC- und Nicht-OPEC Ländern wie Russland zu einer Drosselung der Fördermenge, was zur Stabilisierung und zum Wiederanstieg des Ölpreises beigetragen hat.

Der Ölpreisverfall hat 2015 zu einem Haushaltsdefizit von knapp 100 Milliarden USD geführt. Aufgrund erhöhter Haushaltsdisziplin, dem Einfrieren vieler Großprojekte sowie dem moderaten Wiederanstieg des Ölpreises fiel das Haushaltsdefizit für 2016 mit 80 Milliarden USD bereits niedriger aus als geplant. 2017 betrug das Defizit letztendlich noch 61,3 Mrd. USD. Die Staatsverschuldung betrug Ende 2018 rund 21 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dazu trägt die Rücknahme der umfassenden Kürzungen von Zulagen im öffentlichen Dienst im Oktober 2018 bei. Jedoch bleibt die Mehrbelastung der Bürger durch eine Vielzahl von Preiserhöhungen (insbesondere auf Energie und Wasser) und die im Januar 2018 eingeführte Umsatzsteuer von 5 Prozent bestehen.. Der Haushalt für 2019 basiert auf einer weiteren Expansion des Staatshaushalts. Auf der fiskalischen Seite arbeitet Saudi-Arabien auf einen ausgeglichenen Haushalt bis 2023 hin. 

Die Inflationsrate stieg zuletzt auf 4,0 Prozent (2015 lag sie bei 2,2 Prozent), für 2018 wird mit einem ein Anstieg auf 5,7 Prozent gerechnet. 

Saudi-Arabien setzt sich im Golfkooperationsrat (GKR) für die Schaffung einer gemeinsamen Währung ein. Innerhalb des GKR besteht seit 2003 eine Zollunion und seit 2008 ein gemeinsamer Markt; beides ist jedoch noch nicht vollständig in die Praxis umgesetzt.

Reformvorhaben 

Hauptziele der saudischen Wirtschaftspolitik im Rahmen der „Saudi Vision 2030“ sind wirtschaftliche Diversifizierung und die Steigerung der Wertschöpfung im eigenen Land. Erste Reformschritte sind u.a. die Erhebung von Steuern und der Abbau von Subventionen für Energie, Wasser und Benzin. Zum 1. Januar 2018 wurde parallel zu den Vereinigten Arabischen Emiraten die von allen Mitgliedstaaten des GKR beschlossene Umsatzsteuer in Höhe von 5 Prozent eingeführt. Gleichzeitig wurden die Benzinpreise auf gut das Doppelte und Strompreise auf etwa das Dreifache erhöht. 

Mit der im April 2016 vorgestellten „Saudi Vision 2030“ hat Saudi-Arabien die Weichen für ambitionierte und umfassende Reformen gestellt:

  • u.a. eine Forcierung der Diversifizierung der Wirtschaft (u.a. Aufbau einer eigenen Fertigung von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien),
  • eine Reform des Bildungssystems,
  • die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen,
  • die verstärkte Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt,
  • die Verdoppelung der Anzahl der Umrah-Pilger
  • sowie die Entwicklung eines allgemeinen Tourismus und Kulturbetriebs und des Bergbaus.

Zugleich sollen die Staatseinnahmen in Zukunft immer mehr aus Steuern und Abgaben anstatt aus den Einnahmen aus dem Ölverkauf generiert werden. Eine Reihe angekündigter Reformpläne lässt allerdings auf sich warten. Der teilweise Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Arbeitsmarkt 

Die offizielle Arbeitslosenquote lag über die letzten Jahre bei 5 bis 6 Prozent; für saudische Staatsangehörige lag sie zuletzt bei 12,8 Prozent (2017). Die Arbeitslosigkeit unter Frauen ist um ein Vielfaches höher als unter Männern, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 30 Prozent. Problematisch bleibt der aufgeblähte öffentliche Sektor, für den über die Hälfte des Staatshaushalts aufgewendet wird.

Die Regierung bemüht sich seit 2011 verstärkt, mehr eigene Staatsbürger in Beschäftigung zu bringen und gleichzeitig die Zahl der ca. 6 bis 8 Millionen ausländischen Arbeitnehmer zu verringern. Allerdings ist der größte Teil dieser Arbeitnehmer (insbesondere aus Indien, Pakistan, Bangladesch und den Philippinen) in Niedriglohnsegmenten des privaten Sektors beschäftigt, die von der einheimischen Bevölkerung bisher gemieden wurden. Die „Saudisierung“, d.h. der Austausch von ausländischen durch einheimische Arbeitskräfte, gewinnt angesichts gesunkener Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und dem Eintritt geburtenstarker Jahrgänge ins arbeitsfähige Alter zunehmend an Bedeutung und Fahrt. Die Schaffung von Arbeitsplätzen für Saudis und die Steigerung der Wertschöpfung in Saudi-Arabien anhand von ambitionierten Quoten stellen Unternehmen wegen höherer Kosten allerdings vor Herausforderungen.

Handels- und Leistungsbilanz 

Im Jahr 2017 führte Saudi-Arabien Waren im Wert von ca. 221 Milliarden USD aus, etwa 76 Prozent davon Öl und petrochemische Produkte. Die Importe beliefen sich auf ca. 119 Milliarden US-Dollar und sind damit gegenüber 2015 (163,8 Milliarden USD) um ca. 26 Prozent eingebrochen, was hauptsächlich an der Zurückstellung von Anlageinvestitionen und größeren Infrastrukturprojekten aufgrund des Ölpreiseinbruchs und der daraus resultierenden Unsicherheit liegen dürfte. Importiert werden in erster Linie Maschinenbauerzeugnisse, Fahrzeuge und elektronische Geräte. Deutschland lag 2016 an vierter Stelle der Lieferstaaten (nach China, den USA und den VAE). Die drei größten Abnehmer saudischer Erzeugnisse sind die Japan China und Korea. 

Hinweis: 

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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