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Eheschließung in Saudi-Arabien

Foto von Eheringen

Eheschließung, © picture alliance / ZB

Artikel

Eheschließungen in Saudi-Arabien

Allgemeine Informationen zu Eheschließungen erhalten Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes

Eheschließungen in der deutschen Botschaft in Riad können nicht vorgenommen werden.

Ledigkeitsbescheinigungen können nur auf Grundlage eines deutschen Ehefähigkeitszeugnisses ausnahmsweise erstellt werden. Da die Botschaft kein Standesamt ist, können Ehefähigkeitszeugnisse hier nicht ausgestellt werden. 

Hier finden Sie den Antrag auf Erteilung eines Ehefähigkeitszeugnisses in Deutschland.

Allerdings ist es möglich nach islamischem Recht in Saudi-Arabien zu heiraten. Dazu müssen jedoch beide Verlobte muslimischen Glaubens sein. Diese Eheschließung sollten Sie entweder beim Standesamt I in Berlin als Auslandsstandesamt oder Ihrem Standesamt an Ihrem deutschen Wohnort registrieren lassen.

Eheschließungen in Botschaften/Generalkonsulaten anderer Länder in Riad oder Djidda:

Eine Eheschließung mit einem Umrah- oder Hadsch-Visa bei saudi-arabischen Behörden ist nicht möglich. 

In der Vergangenheit gab es jedoch Fälle, in denen Eheschließungen durch Botschaften und Generalkonsulate anderer Länder in Saudi-Arabien geschlossen wurden. In der Regel gehörte dann einer der Verlobten dem Land an, das in seiner Vertretung die Ehe vollzieht, während der andere Verlobte die deutsche Staatsangehörigkeit besaß. 

Diese Eheschließungen sind nach saudi-arabischem Recht nicht anerkannt. Die jeweiligen Heiratsurkunden werden zwar im saudi-arabischen Außenministerium legalisiert. Die Legalisation beschränkt sich jedoch lediglich auf die Echtheit der Unterschrift des Konsularbeamten, der die Ehe geschlossen hat. Damit ist die Urkunde formell echt, materiell-rechtlich jedoch nicht konform mit saudi-arabischem Recht. Aufgrund einer solchen Urkunde kann kein saudi-arabisches Familienbuch angelegt werden, welches in Deutschland wiederum anerkannt wäre. 

Damit sind diese Heiratsurkunden in der Regel auch nicht in Deutschland durch die Standesämter anerkannt. Sie können durch die Botschaft nicht legalisiert werden. 

Im internationalen Privatrecht werden solche Ehen als „hinkende Ehen“ bezeichnet, da sie zwar in dem Land anerkannt werden können, welches die Ehe in seiner Botschaft oder dem Generalkonsulat geschlossen hat, jedoch nicht im Gastland (hier: Saudi-Arabien) oder einem Drittland.

Visaanträge zur Familienzusammenführung können mit solchen Heiratsurkunden bei der Botschaft nicht eingereicht werden, da nach deutschem Rechtsverständnis keine gültige Ehe besteht.

Erforderliche Unterlagen zur Beurkundung einer ausländischen Eheschließung im deutschen Eheregister

  • - Antrag
  • - legalisierte saudi-arabische Heiratsurkunde im Original mit deutscher Übersetzung durch einen anerkannten Übersetzer bzw. Apostille oder Urkundsüberprüfung durch die deutsche Botschaft im Ursprungsland (je nach Heiratsurkunde; bitte informieren Sie sich ggf. bei der jeweils zuständigen deutschen Auslandsvertretung)
  • - Geburtsurkunden der Eheleute (mit Übersetzung ausländischer Urkunden)
  • - ggf. Scheidungsurkunden der Eheleute bei Vorehen (mit Übersetzung ausländischer Urkunden)
  • - gültige Reisepässe
  • - Kopien der Iqamas

Die Botschaft behält sich vor, weitere Unterlagen, ggf. auch auf Anforderung des zuständigen Standesamts, nachzufordern.
Weitere Anlagen:
- Erklärung über die nachträgliche Rechtswahl und Bestimmung Namensführung in der Ehe

- Einseitige Erklärung zur Namensführung in der Ehe

- Antrag auf Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses

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